SoTo auf Reisen

Herzlich willkommen! 

Auf den folgenden Seiten versuchen wir unsere Reise in Text und Bild festzuhalten und euch an unseren Erlebnissen teilhaben zulassen. Wir wünschen euch deshalb viel Spaß beim lesen, gucken und Fernweh bekommen!



Zuletzt...

Besser spät als nie

Wir sind jetzt schon seit einer ganzen Weile wieder zurück in Deutschland und es tut uns auch leid, das sich bis heute nichts mehr in unserem Blog getan hat. Leid tut uns das natürlich sehr, allerdings hatten wir in letzter Zeit wirklich verdammt viel zu tun. Fakt ist jedenfalls: Das Leben hier ist erstmal deutlich komplizierter... aber das war ja zu erwarten. Außerdem stecken wir noch voll im Umzug und schändlicher Weise muss ich zugeben, dass ich seit unserer Abreise aus Neuseeland auch einfach kaum Lust hatte etwas zu schreiben...

Aber zumindest möchten wir euch noch mit den Bildern aus Kambodscha versorgen, welche jetzt endlich in der Galerie zur Verfügung stehen.

Also viel Spaß beim Anschauen :)

Phnom Penh
Phnom Penh
Siem Reap
Siem Reap

Shianoukville
Shianoukville
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13073,4 Kilometer

Am zweiten Mai war unser letzter Tag auf der wundervollen Südinsel. Der Tag der den Abschied von diesem Fleckchen Erde auf der anderen Seite der Welt für uns einleitete. Insgesamt fünf Monate verbrachten wir im Süden. Die Hälfte unserer Zeit und es hätte ruhig noch mehr sein können.

Fünf Monate auf dieser wilden, abenteuerlichen, abwechslungsreichen und traumhaften Insel. Die bessere Hälfte? Die spannendere Hälfte?

Letzten Endes für uns wahrscheinlich schon. Dort unten war das Leben einfach einprägsamer. Wir hatten mehr mit den Menschen zu tun, haben das Land intensiver bereist. Wir hatten die Chance die Leute, die Landschaft, das Leben besser kennenzulernen, besser zu verstehen und konnten daraus vieles mitnehmen.

Unseren letzten Tag verbrachten wir in der Double Bay in Mitten der Marlborough Sounds. Die Wärme und Farbe der Sonne, die Kühle des Windes, der Duft der in der Luft lag, all dies lies uns nicht mit Gewissheit sagen, ob es sich um einen spätsommerlichen oder einen herrlichen frühen Herbsttag handelte. Ein paar Wolken zogen über den Himmel und ließen das Licht der Herbstsonne goldgelb auf das leuchtende Wasser und die tiefgrünen Bäume fallen. In der Bucht trieben zwei kleine Segelboote und wenn die Gezeiten nicht gewesen wären, hätte man schwören können, irgendwo an einem See zu sitzen. Die Sonne schien warm, für uns aber nicht warm genug, um im klaren Wasser zu schwimmen. Nicht so warm wie in der ewig sonnigen Golden Bay in der wir die Seele haben baumeln lassen und den Strand genossen. Obwohl das nur wenige Tage zurück lag, war der Abschied zu dieser Zeit noch so fern. Durch das Buchen des Fährtickets wurde er greifbar und rückte all zu nah. Die letzte Nacht verbrachten wir in dieser ruhigen Bucht und während die Sonne untergang dachten wir noch einmal an unsere einmalige Zeit zurück, was uns ein erfüllendes, zufriedenes Gefühl einbrachte.

Das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben. Und darauf kommt es doch irgendwie an, oder?

Am nächsten Morgen ging es dann auf die Fähre und wir verließen schweren Herzens die Südinsel. Drei Stunden später erreichten wir Wellington, wo wir die Weta Caves besuchten. Weta Cave hat nichts mit dem hier heimischen Käfern zu tun, sondern ist ein Filmstudio. Dieses Filmstudio ist eines der wichtigsten der Welt und hat in unheimlich vielen Hollywood-Filmen die Finger mit im Spiel. Dort werden Träume gemacht! Danach fuhren wir noch in das Neuseeländische Nationalmuseum und dann über mehrere Etappen mit zwei Übernachtungen bis zum Mount Taranaki im Westen der Nordinsel. Über eine schmale Straße konnten wir bis auf eintausend Meter Höhe mit dem Auto fahren und dort eine tolle Nacht mit wunderbarem Ausblick verbringen. Der nächste Tag führte uns auf den Forgotten World Highway, den am wenigsten befahrenen Highway Neuseelands. Eine saftig grüne Hügellandschaft wechselte sich mit dichtem Urwald und Weideland für unzählige Schafe und Rinder ab. Die Strahlen der Sonne kämpften sich hier und da durch die dicke Wolkendecke und ergaben hell leuchtende Flecke auf den Hügeln. Eine zauberhafte Herbstlandschaft lag vor uns und stimmte uns schon ein wenig auf zu Hause ein.

Natürlich haben wir auf dem Weg bis zurück nach Clevedon noch mehr erlebt, wir waren zum Beispiel noch in Raglan, dem Surferparadies und wurden auch von einer Maori-Familie nach Hause eingeladen, allerdings fehlen mir so langsam die Worte und ich kann an nicht mehr viel anderes denken als an unseren Abschied. In gut zwölf Stunden ist es so weit und wir steigen wieder ins Flugzeug... Es ist schwer zu begreifen, beinahe schwerer als bei unserer Anreise. Natürlich freuen wir uns auch wieder auf Deutschland, das macht die Sache aber leider nicht wirklich leichter.

Wir verabschieden uns also aus dem Land der freundlichen, sportlichen, hilfsbereiten, opimistischen Kiwis (in jeglicher Form). Dem Land, in dem man Nummer Gummistiefel und Flip-Flops an seine Füße lässt. Dem Land, in dem man nie länger als zwei Stunden bis zur Küste braucht. Dem Land, in dem sich Gletscher durch Regenwälder graben. Dem Land, in dem die Milchstraße zum greifen nah ist und mehr Sternschnuppen über den Himmel ziehen als man Wünsche im Kopf hat. Dem Land der Whittaker Schokolade, der L&P Limonade, den Tim Tams, der Hokey Pokey Icecream, den Mince'n'Cheese Pies, den spitzen Fish and Chips und den besten Burgern die wir bisher gegessen haben. Dem Land des Extremsports und der ruhigen Wanderungen. Der klaren Flüsse und grünen Wälder. In unseren Augen ist es einfach ein Stückchen Paradies und wenn man einmal da ist, ist es auch gar nicht so weit weg!

Irgendwann werden uns unsere Wege deshalb vielleicht noch einmal auf diese Seite des Planets führen. Wiedersehen macht ja bekanntlich Freude und um etwas wieder sehen zu können, muss man ja erstmal weg fahren.

Nach 13073,4 Kilometern und zehn Monaten in unserer fahrbaren Hobbithöhle sagen wir also: "Farewell, C ya", und, "bye bye" und brechen auf nach Kambodscha, dem letzten Ziel vor Deutschland.

Bis bald!

Sophie und Tobi


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Grüße aus dem Paradies

Oh mein Gott... Eigentlich wollte ich diesen Artikel ganz anders beginnen, aber ich habe gerade mit Schrecken festgestellt das der letzte echte Eintrag fast einen Monat zurück liegt! In dieser Zeit ist natürlich viel passiert und wir haben einiges erlebt. Ich bin deshalb gezwungen vor dem eigentlich Artikel von heute, mit einer kleinen Rückblende anzufangen.

Von Hokitika an der Westküste sind wir dann ein Stück nördlich nach Greymouth gefahren. Dort blieben wir ein paar Tage bis Sophie ihr Bewerbungsgespräch geschafft hatte. Danach fuhren wir über den berühmten Arthurs Pass nach Christchurch wo wir noch ein aller letztes Mal für eine Woche am Bungy arbeiteten. Nach der Woche verabschiedeten wir uns von Andy, unserem Boss und dessen Familie um wieder zurück an die Westküste nach Westport zu fahren. Einen Tag waren wir dort und machten uns dann weiter auf den Weg nach Wakefield und hier fängt jetzt der eigentlich Eintrag an ;)


Das Leben kann so schön sein, so golden, so entspannt, so frei, so ein Genuss. Seit Tagen ist es das jetzt schon für uns. Wir haben den letzten Teil unserer Reise über die Südinsel erreicht und sind am Abel Tasman National Park angekommen. Diese Region hat neben den meisten Sonnenstunden in ganz Neuseeland auch passender Weise traumhafte Strände mit kristallklarem Wasser, sowie mit dichten Dschungel bewachsene Berge zu bieten. Das Land zwischen Nelson und dem Farewell Spit ist ein Juwel, den wir uns bis zum Schluss aufgehoben haben. Doch vor dem Vergnügen kommt erst noch die Arbeit, wie ja jeder weiß. Da wir aber ohne Spaß ungern arbeiten, haben wir beides verbunden und ein Stück südlich von Nelson, in Wakefield unsere eigenen Messer geschmiedet.

Um 8:30 Uhr ging es in der kleinen Schmiede von Simon Whittaker los. Das Feuer im Ofen brannte schon und Simon drückte jedem von uns ein quaderförmiges Stück rohen Eisens in die Hand. Nun galt es das Metall im Feuer zum Leuchten zu bringen und anschließend mit dem Hammer so lange darauf einzuprügeln bis es flach wurde. Dann noch ein bisschen polieren, schleifen, den Griff anbringen und noch mehr polieren und schon hat man sein eigenes selbst geschmiedetes Messer. Natürlich ist es nicht ganz so einfach und wir haben alles in allem immerhin acht Stunden gebraucht sowie einige Schmerzen in den Händen davon getragen, aber gelohnt hat es sich ohne Zweifel, oder was meint ihr?

Die zwei folgenden Nächte verbrachten wir in Motueka, wo wir schon Silvester feierten. Am Morgen des 28. Aprils wartete ein weiteres Highlight auf uns. Wieder um 8:30 Uhr, allerdings dieses Mal in Mahakau, dem Tor zum Abel Tasman National Park, starteten wir mit einem Wassertaxi nach Anchorage. Dort stiegen wir in unsere Kajaks und paddelten mit Sally, unserem Guide und Adam aus Kalifornien die Küste hinauf. Es gibt unzählige kleine Buchten mit traumhaften Stränden und dichtem Urwald. Manche sind über den Abel Tasman Walk, andere ausschließlich per Seeweg zu erreichen, aber alle sind schöner als man glauben möchte. Wir hatten Glück und die hereinkommende Flut erlaubte uns in alle Buchten tief hinein zu fahren. Kurz nachdem wir mit den Kajaks abgelegt hatten, kamen wir in die Torrent Bay. Im seichten Wasser sahen wir Seesterne an Felsen kleben und zwei Stachelrochen zogen nur wenige Meter neben uns direkt unter der Oberfläche ihre Bahnen. Es schien fast als würden sie schweben und ihre langsamen und anmutigen Bewegungen verzauberten uns für ein paar Minuten. "Wie könnte der Tag noch schöner werden?", fragten wir uns, bis wir wieder kehrt machten und zurück aufs Meer paddelten. Gleich danach kamen wir in die Frenchman Bay. Hier waren wir das erste, aber nicht das letzte Mal an diesem Tag sprachlos als die perfekte Idylle dieser durch Hügel vom Meer abgeschotteten und nur durch einen schmalen Zugang bei Flut zu erreichenden Bucht, in welcher absolute windstille herrschte, die Bäume dunkel grün waren und das Wasser einer frisch geputzten Scheibe glich, noch durch eine allzu neugierige, etwa vier Monate alte Robbe die zwischen unseren Kajaks spielte und posierte auf den Gipfel alles Schönen gebracht wurde.

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Westcoast Teil 2

Am nächsten Morgen verlassen wir Haast und folgen dem State Highway 6 nach Norden. Sobald man den Ort verlässt kommt eine etwa 600 Meter lange One Lane Bridge mit zwei Ausweichbuchten. Die Brücke überspannt das riesige Flussbett des Haast Rivers und wieder einmal fragen wir uns, was die Neuseeländer dazu bewegt so ewig lange, einspurige Brücken zu bauen, wenn doch nach links und rechts Platz für eine Autobahn wäre. Wahrscheinlich ist es eine Kostenfrage und bei der geringen Verkehrsdichte lässt sich so offenbar viel Geld sparen. Uns jedenfalls begegnen nur sehr wenige andere Fahrzeuge und so können wir entspannt mit Tempo 70 fahren und die Landschaft genießen, immer begleitet von anhaltendem starkem Regen. Der Schönheit, der von dichtem Regenwald bewachsenen Bergen und Hügeln tut das aber keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. Da das Wort Regenwald nun mal den Nagel auf den Kopf trifft, macht die permanente Feuchte gerade den Reiz des Ganzen aus. Hauchdünne Nebelschwaden steigen überall aus dem lückenlosen, dunkelgrünen Blätterdach auf, während die Gipfel der Berge, welche hoch in den Wolken stecken, nicht einmal zu erahnen sind. Hin und wieder durchbricht ein riesiger Farn das Laub dr Bäume und streckt seine markanten Blätter hoch hinaus. Auch der Straßenrand ist von großen Farnen gesäumt, durch die jeder Blick in oder aus dem Wald unmöglich wird. Als wir zu unserer Linken wieder das Meer sehen können, haben wir Bruce Bay erreicht. Der dazugehörige Strand ist unter den zehn Beliebtesten in Neuseeland. Da der Strand an sich mit groben, braunen Sand und viel morschen Treibholz nicht sehr einladend wirkt, was aber selbstverständlich auch am permanenten Regen liegen kann, muss die Faszination zu diesem Stück Küste von den unzähligen, schneeweißen Steinen herrühren, die überall im Sand liegen. Die Steine sind schon etwas Besonderes und so folgen wir dem Beispiel vieler Reisender vor uns, schreiben unseren Namen auf einen gefundenen Stein, eine Weisheit auf einen Anderen und legen Beide auf einen Haufen aus Steinen unserer Vorgänger.

Im Anschluss geht es weiter die Straße Richtung Norden entlang. Nach insgesamt gut zwei Stunden Fahrt, erreichen wir den Fox Glacier. Dieser ist mit dem zwanzig Kilometer weiter gelegenen Franz Josef Glacier einer der einzigen Gletscher unserer Erde, die auf Meereshöhe in Regenwaldgebiet reichen. Deshalb ist es für Touristen auch einfach den Gletscher zu besichtigen und so biegen wir von der Hauptstraße ab und fahren in die etwa vier Kilometer lange Zufahrt zum Parkplatz. Mittler Weile hat es aufgehört zu regnen und hätte es am Anfang nicht da gestanden, würde man nicht glauben hier auch nur im entferntesten Eis oder Schnee zu finden. Links und rechts neben der Straße stehen über und über mit Moos bewachsene Bäume. Man kann keine zehn Meter in den Wald schauen, so dicht stehen die verschiedenen Pflanzen bei einander. Am linken Fahrbahnrand taucht ein Schild mit der Aufschrift: „ 1750 war der Gletscher hier“ auf. Etwas weiter ein zweites Schild mit dem gleichen Text, nur das die Jahreszahl diesmal „1930“ zeigt. Dann kommt eine Weile nichts. Der Wald lichtet sich und wir fahren durch ein steiniges Tal auf dessen rechter Seite ein reißender Fluss strömt. Dann erreichen wir den Parkplatz. Eine Tafel zeigt den Gletscher in den Jahren 2008 und 2014. Dem Bild nach zu urteilen ist von dem Eis in den sechs Jahren nur noch etwas mehr als die Hälfte übrig geblieben. Diese Entwicklung mit eigenen Augen zu sehen ist schon erschreckend. Noch erschreckender ist, am Ende des Weges vom Aussichtspunkt aus, das ausgeschliffene Tal zu sehen, welches noch vor 250 und sogar noch vor 80 Jahren vom Gletscher gefüllt wurde. Heute zieht sich der trostlose Haufen Eis immer weiter in die Berge zurück und lässt sich nur noch per Hubschrauber erreichen, da es zu gefährlich ist sich zu Fuß zu nähern. Nach der kleinen Wanderung, fahren wir zum nahe gelegenen Lake Matheson und verbringen dort die Nacht.


Zum Glück regnet es am nächsten Morgen nicht und so machen wir einen Spaziergang um den See, in dem sich bei wolkenlosem Himmel die beiden höchsten Berge des Landes, der Aoraki/ Mount Cook und der Mount Tasman spiegeln. Während der Himmel über dem Meer aufklart, hängen die Wolken in den Bergen leider fest und so können wir nur einen kurzen Blick auf den schneebedeckten Gipfel des 3498 Meter hohen Mount Tasman werfen, der für kurze Zeit aus der Wolkendecke empor ragt.

Anschließend fahren wir weiter Richtung Hokitika, wo wir am nächsten Tag ankommen. Die Stadt hat einen schönen Strand und kann sich auch sonst sehen lassen. Wir halten uns dennoch nicht lange hier auf und fahren auf der Suche nach einem Internetcafé für Sophie's Bewerbungsgespräch am Freitag weiter nach Greymouth. Hier sind wir nun und halten die Augen offen, denn falls wir hier nichts geeignetes finden, müssen wir wohl oder übel jetzt schon wieder nach Christchurch auf die andere Seite der Insel fahren… Aber was tut man nicht alles für seine Zukunft ;)

Also drückt uns die Daumen!

Bis demnächst.

 

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